On-Premises-KI als Fundament digitaler Souveränität

Digitale Souveränität ist heute ein strategischer Wettbewerbsvorteil, insbesondere beim Einsatz von KI. Wird diese On-Premises betrieben – also innerhalb der eigenen Infrastruktur –, sichert das die Datenhoheit, erhöht die Transparenz, reduziert Abhängigkeiten von einzelnen Cloud-Anbietern und stärkt das Vertrauen von Kunden und Partnern. Zusätzlich können Unternehmen regulatorische Vorgaben, etwa die des EU AI Acts, leichter umsetzen.

Inhalt

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Was bedeutet digitale Souveränität?

Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit einer Organisation, ihre digitale Infrastruktur, Datenflüsse und die daraus resultierenden Entscheidungen eigenständig zu kontrollieren, zu gestalten und zu verantworten. Sie versetzt Unternehmen in die Lage, Compliance- und Sicherheitsanforderungen eigenständig zu erfüllen und gleichzeitig technologische Abhängigkeiten zu vermeiden.

Allerdings schätzt sich laut der DIHK-Digitalisierungsumfrage die Mehrheit der deutschen Unternehmen als weitgehend oder vollkommen abhängig von Technologien, Innovationen oder Dienstleistungen aus Nicht-EU-Ländern ein.

Abgrenzung: Digitale Souveränität versus Datensouveränität

Datensouveränität ist ein wichtiger Teilaspekt der digitalen Souveränität. Sie umfasst die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten (Stichwort: Datenhoheit), also darüber, wer auf sie zugreifen, sie verarbeiten und weitergeben darf, wie und wo sie gespeichert sowie geschützt werden. Dies ist insbesondere für sensible Informationen wie personenbezogene Daten sowie für stark regulierte Branchen wie den Finanz- und Versicherungssektor oder die Gesundheits- und Pharmaindustrie von enormer Bedeutung.

Digitale Souveränität als Oberbegriff ist hingegen weiter gefasst und schließt Software- und Infrastrukturkontrolle sowie Anbieterunabhängigkeit ein.

Warum gewinnt digitale Souveränität beim Einsatz von KI an Bedeutung?

KI-Modelle verarbeiten in der Regel große Datenmengen und können dabei die Grundrechte von Personen berühren. Steigende regulatorische Anforderungen, beispielsweise die DSGVO oder der EU AI Act, sollen deshalb gewährleisten, dass personenbezogene Daten nicht unkontrolliert verarbeitet werden und die Grundrechte jedes Einzelnen geschützt sind. Gleichzeitig soll der EU AI Act das Vertrauen in KI stärken und ist somit keinesfalls ein „KI-Stoppschild“, wie er leider von manchen Verantwortlichen interpretiert wird. Unternehmen mit digitaler Souveränität können diese Regularien leichter erfüllen, da sie die volle Kontrolle über ihre IT-Infrastruktur inklusive Daten und Prozessen haben.

Ein weiteres Argument für digitale Souveränität sind die zunehmenden geopolitischen Spannungen. Ein Beispiel hierfür ist das abgekühlte Verhältnis zwischen der EU und den USA. Unternehmen, die auf eine in den USA betriebene Cloud-KI-Lösung setzen, sind von den wechselhaften Entscheidungen des US-Präsidenten Donald Trump abhängig. Exportkontrollen oder Sanktionen, die den Servicezugriff blockieren, oder politische Einflussnahmen auf US-Anbieter etwa können hiesige Unternehmen empfindlich treffen. Außerdem verpflichtet der US Cloud Act in den USA ansässige Unternehmen, auf behördliche Anordnung hin Daten herauszugeben – unabhängig davon, wo diese gespeichert sind. Digitale Souveränität minimiert solche Risiken von vornherein.

On-Premises statt Cloud – Kontrolle, Verfügbarkeit, Unabhängigkeit

Der On-Premises-Ansatz bietet mit Blick auf digitale Souveränität im Vergleich zum Cloud-Betrieb mehrere Vorteile.

Das wohl wichtigste Argument ist die Datenhoheit: Daten verbleiben physisch und rechtlich im eigenen Verantwortungsbereich, wodurch Speicherorte und Zugriffsrechte besser steuerbar sind – ein entscheidender Punkt für Compliance, Audits und Datenschutz. Darüber hinaus steigert der kontrollierte Umgang mit Daten das Vertrauen von Kunden und Partnern: Die Garantie, dass Daten nicht in fremde Rechtsräume gelangen, ist häufig ein zentrales Kriterium für eine Zusammenarbeit.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Unabhängigkeit von einzelnen Anbietern und deren Nutzungsbedingungen. Der On-Premises-Betrieb vermeidet Vendor-Lock-ins, die Migrationen aufgrund hoher Wechselkosten oder proprietärer Systeme erschweren. Hinzu kommt eine höhere Verfügbarkeit. Fällt das Internet aus, ist der Zugriff auf eine in der Cloud betriebene KI schlicht unmöglich.

Neben digitaler Souveränität sprechen auch die transparenten Kostenstrukturen für On-Prem. Hardwarekosten, Betriebsausgaben und Lizenzkosten für KI-Modelle sind gut kalkulierbar, während Cloud-Anbieter meist variable, nutzungsbasierte Gebühren erheben.

Fazit

Digitale Souveränität ist kein Selbstzweck, sondern ein strategischer Hebel. Gerade beim Einsatz von KI sind Transparenz, Kontrolle über Daten und Infrastruktur sowie Anbieterunabhängigkeit von besonderer Bedeutung. Hier bietet der On-Premises-Ansatz klare Vorteile gegenüber cloudbasierten Modellen, insbesondere wenn diese außerhalb der EU betrieben werden.

Falls Sie nun befürchten, dass der On-Premises-Einsatz von KI mit hohen Investitionen in Hardware verbunden ist, können wir Sie beruhigen: Unsere KI-Modelle sind hinsichtlich ihrer Performance und ihrer Hardwareanforderungen so optimiert, dass sie in nahezu jede bestehende IT-Infrastruktur problemlos integriert werden können.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, damit wir gemeinsam Ihren Weg zur digitalen Souveränität ebnen können!