KI-Modelle einsetzen, ohne die Datenhoheit zu verlieren

Europa möchte im Bereich der Künstlichen Intelligenz eine führende Rolle einnehmen. Gleichzeitig gelten insbesondere in Deutschland einige der weltweit strengsten Datenschutzvorgaben. Dies wird häufig als Widerspruch dargestellt. Die eigentliche Frage lautet jedoch: Schützt die DSGVO tatsächlich die Daten oder führt sie letzten Endes dazu, dass Wertschöpfung und Kontrolle ins Ausland abwandern?

Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom zeigt dieses Spannungsfeld deutlich: Sechs von zehn befragten deutschen Unternehmen sehen den europäischen Datenschutz grundsätzlich als Vorteil für die KI-Entwicklung in Deutschland und Europa. Zugleich sagt ebenfalls eine Mehrheit, dass genau diese Vorgaben Unternehmen, die KI entwickeln, eher aus der Europäischen Union verdrängen.

Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst bringt dieses Dilemma auf den Punkt: „Die Realität ist: KI wird wegen unserer Datenschutzpraxis nicht in Europa entwickelt, die Modelle werden aber trotzdem hier eingesetzt. Für den Schutz der Daten europäischer Bürgerinnen und Bürger ist damit nichts gewonnen, für den Wirtschaftsstandort Europa aber viel verloren.“

Inhalt

Bildquelle: © 3rdtimeluckystudio, AssetID: 2256552231, shutterstock
© 3rdtimeluckystudio, AssetID: 2256552231, shutterstock

Daten wandern über den Atlantik

Ein weiteres Ergebnis der Studie lautet, dass 61 Prozent der Unternehmen im Jahr 2025 personenbezogene Daten in die USA übermittelt haben. Offensichtlich sind viele deutsche Unternehmen bereit, ihre Daten an Anbieter außerhalb Europas weiterzugeben – beispielsweise um KI-Modelle zu trainieren. Im Vordergrund steht dabei die Funktionalität der Anwendung; was mit den Daten im Ausland geschieht, wird selten hinterfragt.

Vendor Lock-in, Cloud Act und Kontrollverlust

Genau hier liegt ein oft unterschätztes Risiko: Wer sensible Unternehmens- oder Personendaten über den Atlantik transferiert, gibt einen Teil der Kontrolle darüber aus der Hand. Unternehmen müssen jedoch sicherstellen, dass die Datenverarbeitung rechtskonform erfolgt und regulatorische Anforderungen eingehalten werden. Für Verstöße, die empfindliche Bußgelder, Schadensersatzforderungen sowie Reputationsschäden nach sich ziehen können, haften die Unternehmen und nicht die Provider.

Hinzu kommt, dass Unternehmen eine starke wirtschaftliche und technologische Abhängigkeit von einzelnen Anbietern aufbauen (Stichwort: Vendor Lock-in). Und zusätzlich unterliegen die Unternehmen den rechtlichen Rahmenbedingungen des Anbieterstandorts. So können US-Behörden US-amerikanische Unternehmen auf Grundlage des Cloud Acts dazu zwingen, die Daten ihrer Kunden herauszugeben – selbst wenn diese in europäischen Rechenzentren gespeichert sind.

KI-Modelle datenschutzkonform trainieren

Die entscheidende Frage lautet daher: Wie lassen sich leistungsfähige KI-Lösungen entwickeln und betreiben, ohne die Kontrolle über Daten, Prozesse und technologische Abhängigkeiten aufzugeben?

Die Antwort liegt darin, KI-Systeme dort zu trainieren und einzusetzen, wo Datenhoheit, Transparenz und Compliance von Beginn an berücksichtigt werden. Unternehmen sollten darauf achten, dass der Umgang mit Trainingsdaten, der Modellbetrieb und Speicherorte nachvollziehbar sind und sich in bestehende Governance- und Sicherheitskonzepte integrieren lassen.

Genau diesen Ansatz verfolgen wir bei applord. Unsere KI-Modelle sind so konzipiert, dass Trainingsdaten datenschutzkonform verarbeitet und vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden. Zudem sind sie hinsichtlich Performance und Hardwareanforderungen derart optimiert, dass sie in nahezu jede bestehende IT-Infrastruktur (On-Premises) problemlos integriert werden können. Somit verbleiben die Daten physisch und rechtlich im Verantwortungsbereich des Unternehmens. Speicherorte und Zugriffsrechte sind vollständig kontrollierbar – ein entscheidender Faktor für Compliance, Audits und Datenschutz. Neben der Datenhoheit profitieren Unternehmen auch von voller Flexibilität und kalkulierbaren Kosten. Alternativ bieten wir den Betrieb unserer KI-Modelle in einem zertifizierten deutschen Rechenzentrum an.

Außerdem entwickeln wir unsere KI-Technologie eigenständig und integrieren keine Fremdlizenzen. Dadurch entstehen keinerlei Abhängigkeiten von anderen Providern, externe Risiken werden minimiert. Wir besitzen die vollständige Kontrolle über unsere KI-Technologie, die resultierenden Modelle und selbstverständlich über die zu verarbeitenden Daten unserer Kunden.

Fazit

Datenschutz ist kein Hindernis für die Anwendung von KI. Die entscheidende Frage ist vielmehr, wie und wo KI-Modelle entwickelt, trainiert und eingesetzt werden. Wer KI-Modelle nutzt, ohne Datenhoheit und Verantwortlichkeiten klar zu regeln, tauscht Kontrolle und Unabhängigkeit gegen Bequemlichkeit.

Gern zeigen wir Ihnen, wie sich ein individuelles KI-Modell datenschutzkonform und wirtschaftlich sinnvoll in Ihrem Unternehmen einsetzen lässt. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.